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Tips und Tricks rund um Abletons Musiksoftware...
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BeitragVerfasst: 29. Jan 2017 22:31 
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Registriert: 06.03.2009
Beiträge: 457
Hi, das folgende ist mich eine der haupt philosophischen Erkenntnisse die ich so über die Jahre beim Produzieren gemacht habe, und ich wollte das mal teilen, vielleicht hilft es jemandem.


Das ganze ist auch subjektiv/persönlich, ich bin mir sicher dass es auch leute gibt die komplett non-destruktiv arbeiten und damit sher guten sound machen, aber ich gleube für viele ist der destruktive weg vielleicht der praktischere.

Im Endeffekt geht es eigentlich darum dass man einfach viel aufnimmet, resampelt, choppt, etc.. und damit eine verbundene Arbeits- und Denkweise bei der man keine Angst hat irgendwas "kaputt zu machen".

Das ist auch so eine persönliche Quest, mein eigener Antrieb war von Anfang an dieses organische Feeling von gutem Sample-Hip-Hop hinzubekommen aber halt ohne Samples. Oder im bestenfall halt diese Ninja-Tunes Typen waren immer mein Vorbild. Und um diese organische Qualität hinzubekommen braucht es eben ein Mass an Komplexität dass ich als reine Effektkette nie so hinbekommen habe, das hat sich mir erst durch diese destruktive Arbeitsweise erschlossen.


Ich habe mal vor Jahren so ein Tutorial "Wie macht man Noisia-Bässe" geleses, und das war dann so ein 30-Step Ding, und alle waren so "ja klar..". Und der Punkt den ich hier mache ist Noisia selbst nicht den Plan hatten "ich mache jetzt genau diesen Sound". Man fängt eben einfach an, und dreht das eigen Material immer wieder durch die Mangel. Dadurch bekommen die Sounds dann über den Prozess quasi-automatisch so eine reichhaltige Qulität.

Auch gerade Distortion, zbsp. Intuitiv ist das glaube ich etwas wo gerade Anfänger Angst haben, meinen es muss ein Effekt bleiben: Nein, es klingt mit Distortion gut, mit gerade der die du an hast, nimm es mit Distortion auf!! Gerade sachen mit Distortion klingen nach noch mehr Bearbeitung oft super gut.


Um mal eine direkte Anweisung zu geben: Oft hat man nach dem Synthi-schrauben solche hyperkomplexen Lines, also cool und reichhaltig aber oft auch schon zu voll und zu chatisch für den Track, bzw es passt einfach nicht in den Track hinein. Dann einfach die Line per 'slice to midi' auf ein Drumpad mappen, coole Toöne rausmappen, und man hat oft ein ganz neu wirkendes Instrument, was aber aufgrund der Komposition schon sehr gut in den Track passt. Auch gerade solche Sachen wie tonale Vermischungen an den Tonübergangen geben wenn man den Slice genau über die Stelle legt z.bsp. so ein "bendiges" Feeling, als hätte man ein echtes Instrument gesampelt. Insgesamt hat man so eine eigentlich entgegengestzte Philosophie. Verunreiningung=Organik=Gut, anstatt immer zu meinen alles möglichst "clean" zu halten.


Macht das Sinn?

Auch z.sp.: man hat so eine soundmässig coole aber rhythmisch sterile synth-line, keie Problem: Einfach choppen und mit einem coolerem Rhytmush wieder einspielen.


Philosophisch steckt da schon auch eine Menge Erfahrung drin und die Einsischt dass es gerade of die "Kaputtheit" von Sounds ist die Sie so gut macht. Schon sehr wichtig ist da doch immer ein Reverb zumindest parat zu haben. Gerade solche Noise und Distortion Effekte entfalten ihre Qualität erst mit Reverb, bekommen eine ganz andere Qualität, völlig trocken klingt es halt wie schlechte Aufnahme, aber mit Reverb ist es dann als wäre es so eine Instrument was eben eine "raschlige" "Qualität hat. Oder solche sehr dünnen Sounds.


Und halt immer aufnehmen, aufnehmen, aufnehmen. Ableton macht das sehr einfach, indem man in der Session View extrem flöwig solche tight geschnittenen 4-bar Loops aufnehmen kann. Einfach das Synthi auf immer auf eine Spur routen, und wenn was cooles läuft die Line aufnehmen. Ich persönlich bin inzwischen so dass ich immer nur 1 Synth pro Projekt offen habe. Man muss die Angst verlieren irreversible Änderungen zu machen. Also muss man technisch nicht, man könnte auch alles immer backupen und trotzdem destruktiv arbeiten, aber ich habe das gefühl dass das mindset sehr abträglich ist.


Auch zu lernen dass man auch destruktiv sich sehr schwer tut einen Sound wirklich kaputt zu machen. Man kann einen Sound eigentlich erstaunlich Staachen und dehnen in alle Richtungen. Also z.bsp wenn es zu viel ist einfach etwas wegfiltern. Auch hat man z.bsp, ein Synth mit nerviger Distortion, die Verzerrung einfach wegfiltern, und dann die Obertöne mit einem Synth oder so wieder dazumischen.


Auch was ich sehr viel mache: wenn man eine coole Line hat, einfach mal Tonhöhe/Tempo mit -12 oder +12, 24, etc.. Semitöne hoch oder runterpitchen, Tonharmonie bleibt aber oft hat man wieder ein ganz unerwartetes Ding. Klar halt doppelt so schnell/langsam, aber dann einfach choppen und wieder einspielen. Dass dann aufnehmen, einspielen, nochmal repitchen, nochmal choppen. Gerade choppen und so weiter, bringt ja auch wenn man rein Digatal arbeitet praktisch zero Noise, also mann kann dass wirklich tausend mal machen, und es klingt immer noch super clean, die Verunreinigung ist wirklich eher so organisch. In den kleinsten Tönen mischen sich Audio-effekte, kleine Überbleibsel die alles behalten was man mit dem Ton so gemacht hat.


Es gibt schon auch spezielle Sachen die nerven, Hihats zbsp, misch ich nie irgendwo dazu, die ruinieren auf Dauer alles habe ich das Gefühl, aber das findet man nur über Zeit hinaus, sehr vieles ist wirklich eher eine Bereicherung wenn man die Angst verliert wirklich alles in den Sound reinbacken. Auch Reverb z.bsp in den Sound reinbacken. Dann weiterbearbeiten. Alles in den Sound reinbacken.



Soviel dazu, vielleicht hilft es jemandem.


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